Reinigungsvertrag kündigen: Vorlage für Auftraggeber
Eine Kündigung des Reinigungsvertrags sollte eindeutig formuliert, fristgerecht zugestellt und nachvollziehbar dokumentiert werden. Hier finden Auftraggeber eine ausfüllbare Vorlage sowie Hinweise zu Kündigungsfristen, Vertragsunterlagen, Zugangsnachweis und möglichen Sonderfällen.
Sie möchten eine Reinigungsfirma oder einen selbstständigen Reinigungsdienst nicht länger beauftragen? Dann sollten Sie den Reinigungsvertrag klar, nachweisbar und unter Beachtung der vereinbarten Frist kündigen. Eine präzise Kündigung verhindert Missverständnisse über den letzten Reinigungstermin, offene Vergütungen, Schlüssel und Zugangsmedien.
Die passende Form der Kündigung richtet sich vor allem nach Ihrem Vertrag: Häufig handelt es sich um einen Dienstvertrag mit regelmäßigen Leistungen, etwa Büro-, Praxis-, Treppenhaus- oder Haushaltsreinigung. Diese Seite erläutert die rechtlichen Grundlagen, zeigt die nötigen Angaben und stellt eine editierbare Vorlage für Auftraggeber bereit.
Was ist eine Kündigung eines Reinigungsvertrags?
Mit einer Kündigung beendet der Auftraggeber einen laufenden Vertrag über Reinigungsleistungen für die Zukunft. Sie ist eine einseitige, empfangsbedürftige Erklärung: Wirksam wird sie erst, wenn sie der Reinigungsfirma oder der beauftragten Person zugeht. Eine Zustimmung der Gegenseite ist für eine ordentliche Kündigung grundsätzlich nicht erforderlich.
Im Alltag wird oft von einem „Reinigungsvertrag“ gesprochen. Rechtlich ist die Einordnung entscheidend: Wird lediglich eine regelmäßige Tätigkeit geschuldet, etwa die wöchentliche Reinigung eines Büros, liegt meist ein Dienstvertrag vor. Wird hingegen ein konkret bestimmter Reinigungserfolg als Werk geschuldet, beispielsweise eine einmalige Grundreinigung mit vereinbartem Abnahmeergebnis, kann Werkvertragsrecht einschlägig sein. Für die laufende Unterhaltsreinigung überwiegt in der Praxis regelmäßig der Dienstvertragscharakter.
Zweck eines klaren Kündigungsschreibens
Ein gutes Schreiben benennt Vertrag und Vertragsparteien zweifelsfrei, erklärt die Kündigung und gibt den gewünschten Beendigungszeitpunkt an. So kann die Empfängerseite prüfen, ob die Frist eingehalten ist, die Einsätze planen und eine Schlussabrechnung erstellen. Zusätzlich sollte das Schreiben die Rückgabe von Schlüsseln, Transpondern, Alarmcodes, Unterlagen oder anderen überlassenen Gegenständen regeln.
Rechtliche Grundlagen für die Kündigung
Die gesetzlichen Regeln hängen von der Vertragsart, der Laufzeitvereinbarung und den konkreten Vertragsklauseln ab. Bei einem auf unbestimmte Zeit geschlossenen Dienstverhältnis gelten für bestimmte Dienstverhältnisse die Kündigungsregeln des § 621 BGB, soweit nicht eine wirksame vertragliche Vereinbarung etwas anderes bestimmt. Bei fortlaufenden Verträgen werden Kündigungsfristen häufig individualvertraglich oder in Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt.
Die Regelung des § 620 BGB zur Beendigung von Dienstverhältnissen macht deutlich, dass befristete Dienstverhältnisse grundsätzlich mit Ablauf der vereinbarten Zeit enden, während unbefristete Dienstverhältnisse kündbar sind. Prüfen Sie daher zuerst, ob Ihr Vertrag eine feste Mindestlaufzeit, eine automatische Verlängerung oder einen bestimmten Kündigungstermin vorsieht.
Ein auf unbestimmte Zeit eingegangenes Dienstverhältnis kann von jedem Vertragsteil nach Maßgabe der §§ 621 bis 623 gekündigt werden.
§ 620 Abs. 2 BGB
Ist ein wichtiger Grund gegeben, kann eine außerordentliche Kündigung nach § 626 BGB in Betracht kommen. Erforderlich ist, dass die Fortsetzung des Vertrags bis zum regulären Ende unter Abwägung aller Umstände unzumutbar wäre. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Leistungsstörungen ist regelmäßig eine vorherige Abmahnung sinnvoll und in vielen Konstellationen notwendig. Die Erklärung muss gemäß § 626 Abs. 2 BGB grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen erfolgen, nachdem der Kündigungsberechtigte von den maßgeblichen Tatsachen erfahren hat.
Als Unternehmer sollten Sie außerdem die vertraglichen Regelungen zu Schriftform, Textform, Zustellung und Abrechnung beachten. Ein Vertrag kann beispielsweise bestimmen, dass Kündigungen schriftlich erfolgen müssen. Auch wenn keine besondere Form vereinbart wurde, ist ein unterschriebenes Schreiben per Einwurf-Einschreiben oder per Boten wegen des Zugangsnachweises in der Praxis regelmäßig empfehlenswert.
Vertragliche Fristen und AGB kontrollieren
Suchen Sie im Vertrag insbesondere nach den Begriffen „Laufzeit“, „Kündigung“, „Verlängerung“, „Kündigungsfrist“, „zum Monatsende“ und „Schriftform“. Allgemeine Geschäftsbedingungen unterliegen der Inhaltskontrolle nach den §§ 305 ff. BGB. Klauseln, die Vertragspartner unangemessen benachteiligen oder unklar formuliert sind, können unwirksam sein. Ob dies im Einzelfall zutrifft, hängt vom Wortlaut und der Vertragskonstellation ab.
Ist die Frist unklar oder streitig, kündigen Sie vorsorglich zum nächstmöglichen Termin und nennen Sie zusätzlich ein berechnetes Datum. So vermeiden Sie, dass ein fehlerhaft angenommener Termin die Kündigung insgesamt gefährdet. Eine ähnliche vorsorgliche Formulierung kann auch bei anderen Dauerschuldverhältnissen hilfreich sein, etwa wenn Sie einen Leasingvertrag kündigen möchten.
Diese Angaben gehören in die Kündigung
Eine Kündigung muss nicht lang sein. Entscheidend sind eine eindeutige Erklärung und die sichere Zuordnung zum betroffenen Vertrag. Bei gewerblichen Verträgen sollten Sie die genaue Firmierung aus dem Vertrag verwenden. Bei Einzelunternehmern oder selbstständigen Reinigungskräften nennen Sie Name und zustellfähige Anschrift.
| Angabe | Bedeutung | Praktischer Hinweis |
|---|---|---|
| Absender und Empfänger | Ordnet die Erklärung den Vertragsparteien zu. | Vollständige Namen beziehungsweise Firmierungen verwenden. |
| Vertragsbezug | Identifiziert den konkreten Reinigungsvertrag. | Datum, Objektadresse oder Vertragsnummer nennen. |
| Kündigungserklärung | Beendet das Vertragsverhältnis. | „Hiermit kündige ich“ klar und ohne Bedingungen formulieren. |
| Beendigungszeitpunkt | Legt das Ende fest oder wahrt die Frist. | „Zum …, hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“ verwenden. |
| Rückgabe und Abrechnung | Regelt den Vertragsabschluss praktisch. | Schlüssel, Transponder und Schlussrechnung ausdrücklich ansprechen. |
| Unterschrift | Erhöht Beweisbarkeit und erfüllt mögliche Schriftform. | Bei Firmen durch vertretungsberechtigte Person unterschreiben lassen. |
Die zentrale Kündigungsformel
Die Formulierung „Hiermit kündige ich den Reinigungsvertrag vom [Datum] für das Objekt [Adresse] fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“ ist in vielen Fällen zweckmäßig. Sie verbindet einen klaren Vertragsbezug mit einer vorsorglichen Absicherung, falls Sie die Frist anders berechnet haben als die Reinigungsfirma.
Bei einer außerordentlichen Kündigung müssen Sie den wichtigen Grund so konkret schildern, dass die Empfängerseite die Beanstandung nachvollziehen kann. Allgemeine Aussagen wie „unzufrieden mit der Leistung“ reichen dafür regelmäßig nicht aus. Dokumentieren Sie Mängel, Beschwerden, Ausfälle und vorangegangene Abmahnungen mit Datum.
Vorlage
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reinigungsvertrag-kuendigen-vorlage-auftraggeber.docx
Kündigung eines Reinigungsvertrags
Absender
| Name / Firma | [Name oder Firmenbezeichnung des Auftraggebers] |
|---|---|
| Vertreten durch | [Vor- und Nachname, Funktion bei Unternehmen] |
| Anschrift | [Straße, Hausnummer, PLZ, Ort] |
| Telefon / E-Mail | [Telefonnummer / E-Mail-Adresse] |
Empfänger
| Name / Firma | [Name oder Firmenbezeichnung der Reinigungsfirma / Reinigungskraft] |
|---|---|
| Ansprechpartner | [Ansprechpartner, soweit bekannt] |
| Anschrift | [Straße, Hausnummer, PLZ, Ort] |
[Ort], den [Datum]
Betreff: Kündigung des Reinigungsvertrags vom [Vertragsdatum] für das Objekt [Objektadresse / Bezeichnung]
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich / kündigen wir den zwischen uns bestehenden Reinigungsvertrag vom [Vertragsdatum] betreffend das Objekt [vollständige Objektadresse / Objektbezeichnung] fristgerecht zum [Beendigungsdatum], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.
Optional bei außerordentlicher Kündigung – nur verwenden, wenn die Voraussetzungen geprüft wurden:
Hilfsweise beziehungsweise vorsorglich erkläre ich / erklären wir die außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung. Grund hierfür ist: [konkrete und nachvollziehbare Schilderung der Pflichtverletzung mit Daten, etwa ausgebliebene Leistungen, vorherige Abmahnungen und gesetzte Abhilfefristen].
Bitte bestätigen Sie mir / uns den Eingang dieser Kündigung sowie den Beendigungszeitpunkt schriftlich bis zum [Datum].
Die bis zur Vertragsbeendigung ordnungsgemäß erbrachten und vertraglich geschuldeten Leistungen werden wir nach Maßgabe der vertraglichen Vereinbarungen abrechnen. Bitte übersenden Sie uns nach Vertragsende eine nachvollziehbare Schlussrechnung an folgende Anschrift beziehungsweise E-Mail-Adresse: [Rechnungsanschrift / E-Mail-Adresse].
1. Rückgabe von Schlüsseln, Zugangsmedien und Unterlagen
Bitte stimmen Sie mit uns bis zum [Datum] einen Termin für die Rückgabe aller überlassenen Gegenstände ab. Dies betrifft insbesondere die nachfolgend aufgeführten Schlüssel, Transponder, Zugangskarten, Ausweise, Fernbedienungen, Reinigungspläne und sonstigen Unterlagen.
| Gegenstand | Anzahl / Kennzeichnung | Rückgabetermin |
|---|---|---|
| [z. B. Generalschlüssel] | [Anzahl / Nummer] | [Datum] |
| [z. B. Transponder] | [Anzahl / Nummer] | [Datum] |
| [z. B. Zugangskarte] | [Anzahl / Nummer] | [Datum] |
| [weiterer Gegenstand] | [Anzahl / Nummer] | [Datum] |
Die Rückgabe soll gegen schriftliche Empfangsbestätigung erfolgen. Nicht zurückgegebene Zugangsmittel sind uns unverzüglich mitzuteilen.
2. Letzter Leistungs- und Übergabetermin
Als letzten regulären Reinigungstermin gehen wir vorbehaltlich des genannten Beendigungszeitpunkts von [Datum / Uhrzeit] aus. Bitte teilen Sie uns mit, falls Sie aufgrund der Vertragslage von einem anderen Termin ausgehen.
Für die Übergabe am Objekt benennen wir folgende Kontaktperson:
| Name | [Vor- und Nachname] |
|---|---|
| Funktion | [Funktion / Abteilung] |
| Telefon | [Telefonnummer] |
| [E-Mail-Adresse] |
Mit freundlichen Grüßen
______________________________
Unterschrift [Name des Auftraggebers / vertretungsberechtigte Person]
Anlagen, soweit vorhanden:
- [Kopie des Reinigungsvertrags]
- [Kopie einer Abmahnung / Mängelanzeige]
- [Aufstellung über überlassene Schlüssel und Zugangsmedien]
Vorlage zum Kündigen eines Reinigungsvertrags
Übernehmen Sie die Vorlage in ein Textverarbeitungsprogramm, ersetzen Sie sämtliche markierten Felder und prüfen Sie insbesondere Frist, Vertragspartner und Beendigungsdatum. Streichen Sie nicht passende Optionen, etwa den Absatz zur außerordentlichen Kündigung. Unterzeichnen Sie das Schreiben, wenn Vertrag oder Rechtslage Schriftform verlangen oder Sie den Nachweis erleichtern möchten.
Reinigungsvertrag richtig kündigen: Anleitung
- Vertrag und Nachträge zusammensuchen: Prüfen Sie den ursprünglichen Vertrag, Preislisten, Nachträge, E-Mails zu Laufzeitänderungen und Allgemeine Geschäftsbedingungen.
- Vertragsart und Laufzeit bestimmen: Stellen Sie fest, ob der Vertrag befristet oder unbefristet ist und ob sich die Laufzeit automatisch verlängert.
- Kündigungsfrist berechnen: Ermitteln Sie, bis wann das Schreiben zugehen muss. Nicht das Versanddatum, sondern der Zugang beim Empfänger ist maßgeblich.
- Beendigungsdatum festlegen: Nennen Sie den vertraglich richtigen Termin. Ergänzen Sie „hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“, wenn Unsicherheit besteht.
- Vorlage vollständig ausfüllen: Tragen Sie insbesondere das gereinigte Objekt, die Vertragsnummer und die Daten beider Parteien ein.
- Rückgabe organisieren: Erfassen Sie Schlüssel, Zugangskarten, Codes, Reinigungspläne und Material, das sich im Eigentum einer Partei befindet.
- Nachweisbar zustellen: Senden Sie das Schreiben frühzeitig. Ein Bote kann den Einwurf dokumentieren; ein Einwurf-Einschreiben kann ebenfalls den Zugang belegen. Bewahren Sie Kopie und Einlieferungsbeleg auf.
- Bestätigung und Schlussabrechnung prüfen: Bitten Sie um eine schriftliche Kündigungsbestätigung. Kontrollieren Sie die letzte Rechnung auf vereinbarte Leistungen, Zeiträume und Zusatzkosten.
Zugang sorgfältig planen
Eine Kündigung ist erst mit Zugang beim Empfänger wirksam. Bei knappen Fristen sollte das Schreiben nicht erst am letzten Tag abgesendet werden. Übergeben Sie es persönlich gegen Empfangsbestätigung, lassen Sie es durch einen zuverlässigen Boten einwerfen oder wählen Sie einen Versandweg, der sich später belegen lässt. Ein bloßer E-Mail-Versand ist bei vereinbarter Schriftform regelmäßig nicht ausreichend und kann auch sonst den Zugang erschweren.
Praktisches Beispiel für Auftraggeber
Die Muster & Partner GmbH hat mit der Sauber Pro GmbH einen Vertrag über die wöchentliche Büroreinigung ihrer Räume in Köln geschlossen. Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit und kann mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende gekündigt werden. Die Auftraggeberin möchte die Zusammenarbeit zum 31. Oktober beenden.
Sie vergleicht die Vertragsklausel mit dem Kalender, erstellt die Kündigung und erklärt: „Hiermit kündigen wir den Reinigungsvertrag vom 15. März für das Objekt Musterstraße 18, 50667 Köln, fristgerecht zum 31. Oktober, hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.“ Zugleich bittet sie um Bestätigung, eine Schlussrechnung und die Abstimmung eines Termins zur Rückgabe von drei Transpondern und zwei Schlüsseln. Das unterschriebene Schreiben geht rechtzeitig bei der Reinigungsfirma ein.
Beispiel bei wiederholten Mängeln
Bleiben vereinbarte Leistungen trotz konkreter Rügen wiederholt aus, sollten Sie zunächst die Vertragsunterlagen und die dokumentierten Mängel prüfen. Eine außerordentliche Kündigung kann bei einem schwerwiegenden Sachverhalt denkbar sein. Im Schreiben sind die Vorfälle mit Datum, die Aufforderungen zur Abhilfe und gegebenenfalls gesetzte Fristen konkret zu benennen. Lassen Sie die rechtliche Tragfähigkeit bei erheblichen wirtschaftlichen Folgen individuell prüfen.
Häufige Fehler bei der Kündigung
- Falscher Vertragspartner: Die Kündigung wird an eine Niederlassung oder Kontaktperson statt an die im Vertrag genannte Gesellschaft gerichtet.
- Unklare Erklärung: Formulierungen wie „Wir möchten die Zusammenarbeit beenden“ lassen offen, ob bereits eine Kündigung erklärt wird.
- Frist mit Versand verwechselt: Entscheidend ist grundsätzlich der rechtzeitige Zugang, nicht der Poststempel.
- Falscher Termin: Eine Kündigungsfrist wird vom Monatsersten statt vom Monatsende oder vom vereinbarten Stichtag berechnet.
- Keine hilfsweise Kündigung: Bei Unsicherheit fehlt die Absicherung „zum nächstmöglichen Termin“.
- Außerordentliche Kündigung ohne Begründung: Wichtige Gründe werden pauschal behauptet, aber nicht nachvollziehbar geschildert.
- Schlüsselrückgabe nicht geregelt: Zugangsmittel, Codes und Unterlagen werden übersehen; spätere Streitigkeiten sind vorprogrammiert.
- Kein Zugangsnachweis: Es gibt weder eine Empfangsbestätigung noch einen geeigneten Beleg für die Zustellung.
Checkliste vor dem Versand
- Ist die Reinigungsfirma oder Reinigungskraft mit der exakten Vertragsbezeichnung angeschrieben?
- Sind Vertragsdatum, Vertragsnummer oder Objektadresse angegeben?
- Haben Sie Laufzeit, Kündigungsfrist und erforderliche Form nochmals überprüft?
- Ist der Kündigungstermin richtig berechnet und vorsorglich der nächstmögliche Termin genannt?
- Ist bei einer außerordentlichen Kündigung der Sachverhalt konkret und belegbar beschrieben?
- Sind Rückgabe von Schlüsseln, Transpondern, Ausweisen und Unterlagen angesprochen?
- Haben Sie um Kündigungsbestätigung und Schlussabrechnung gebeten?
- Ist der Versandweg geeignet, den Zugang rechtzeitig nachzuweisen?
- Haben Sie eine unterschriebene Kopie samt Zustellnachweis für Ihre Unterlagen abgelegt?
Sonderfälle und Varianten
Befristeter Reinigungsvertrag
Ein befristeter Vertrag endet grundsätzlich mit Ablauf der vereinbarten Zeit. Eine ordentliche Kündigung vor Ablauf ist nur möglich, wenn sie vertraglich vorgesehen ist oder sich aus einer gesetzlichen Regelung ergibt. Möchten Sie nicht verlängern, beachten Sie eine gegebenenfalls vereinbarte Erklärungspflicht vor Ablauf der Vertragszeit. Enthält der Vertrag eine Verlängerungsklausel, prüfen Sie deren Wortlaut besonders sorgfältig.
Außerordentliche Kündigung wegen Pflichtverletzungen
Eine fristlose oder außerordentliche Kündigung ist keine Abkürzung für eine unliebsame ordentliche Kündigungsfrist. Sie setzt einen wichtigen Grund voraus. Denkbar sind je nach Einzelfall erhebliche und wiederholte Nichterfüllung, gravierende Verstöße gegen Zutritts- oder Sicherheitsvorgaben oder schwerwiegende Vertrauensverletzungen. Häufig ist eine nachweisbare Abmahnung mit angemessener Gelegenheit zur Abhilfe erforderlich. Die Voraussetzungen ergeben sich aus dem § 626 BGB zur außerordentlichen Kündigung.
Eine außerordentliche Kündigung ist nur zulässig, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden die Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.
§ 626 Abs. 1 BGB, sinngemäß
Privathaushalt und gewerbliche Objekte
Für Privathaushalte gelten häufig kürzere, einfacher gestaltete Vereinbarungen als für Bürogebäude, Arztpraxen oder Gewerbeflächen. Die Grundfragen bleiben jedoch gleich: Wer ist Vertragspartner, welche Leistung wurde vereinbart, welche Kündigungsfrist gilt und wann geht die Erklärung zu? Bei gewerblichen Objekten kommen zusätzlich Datenschutz-, Sicherheits- und Zutrittsvorgaben in Betracht. Stimmen Sie die Rückgabe sämtlicher Zugangsmedien schriftlich ab.
Vertrag mit selbstständiger Reinigungskraft
Auch bei einer direkt beauftragten selbstständigen Person sollten Sie die Kündigung schriftlich dokumentieren. Achten Sie auf eine respektvolle und eindeutige Kommunikation. Die Kündigung eines Dienstvertrags ist von arbeitsrechtlichen Kündigungen zu unterscheiden. Besteht tatsächlich ein Arbeitsverhältnis, gelten andere, deutlich strengere Vorgaben; insbesondere können das Kündigungsschutzgesetz und die Schriftform nach § 623 BGB relevant sein. Bei Zweifeln zur rechtlichen Einordnung sollten Sie fachkundigen Rat einholen.
Häufige Fragen
Kann ich einen Reinigungsvertrag jederzeit kündigen?
Das hängt von Laufzeit, Kündigungsfrist und Vertragsart ab. Ein unbefristeter Vertrag ist grundsätzlich kündbar, allerdings unter Beachtung der vereinbarten oder gesetzlichen Frist. Bei einem befristeten Vertrag ist eine ordentliche Kündigung vor Ablauf nur möglich, wenn sie vereinbart oder gesetzlich eröffnet ist. Bei wichtigem Grund kann eine außerordentliche Kündigung in Betracht kommen.
Welche Frist gilt bei einem Reinigungsvertrag?
Vorrangig gilt die wirksam vereinbarte Kündigungsfrist. Fehlt eine Regelung, können je nach Vertragsgestaltung gesetzliche Vorschriften greifen, insbesondere bei Dienstverträgen § 621 BGB. Eine pauschale Frist für alle Reinigungsverträge gibt es nicht. Prüfen Sie deshalb die Vertragsunterlagen vollständig.
Muss ich einen Grund für die ordentliche Kündigung nennen?
Für eine ordentliche Kündigung ist ein Grund im Regelfall nicht erforderlich. Sie können das Schreiben bewusst knapp halten. Anders kann es bei einer außerordentlichen Kündigung sein: Dann müssen die Tatsachen, die den wichtigen Grund tragen sollen, im Streitfall dargelegt und gegebenenfalls bewiesen werden können.
Ist eine Kündigung per E-Mail wirksam?
Das kommt auf die vertraglich vereinbarte Form an. Ist Schriftform verlangt, genügt eine einfache E-Mail regelmäßig nicht. Selbst wenn Textform ausreicht, ist der Zugang einer E-Mail im Streitfall nicht immer leicht zu beweisen. Ein unterschriebenes Schreiben mit dokumentierter Zustellung bietet meist mehr Sicherheit.
Was geschieht mit Schlüsseln und Transpondern nach Vertragsende?
Vereinbaren Sie schriftlich einen Rückgabetermin und halten Sie in einem Übergabeprotokoll fest, welche Gegenstände zurückgegeben wurden. Dazu gehören Schlüssel, Karten, Chips, Fernbedienungen, Ausweise und gegebenenfalls Unterlagen. Ändern Sie Zugangscodes erst nach der abgestimmten Übergabe, soweit betriebliche Sicherheitsvorgaben dies erfordern.
Kann ich vorsorglich zum nächstmöglichen Termin kündigen?
Ja. Die Kombination eines konkreten Termins mit der Formulierung „hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“ ist sinnvoll, wenn die Fristberechnung nicht völlig sicher ist. Bitten Sie zugleich um schriftliche Bestätigung des Beendigungszeitpunkts.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bürgerliches Gesetzbuch: §§ 305 ff. BGB zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
- Bürgerliches Gesetzbuch: §§ 611 ff. BGB zum Dienstvertrag.
- Bürgerliches Gesetzbuch: §§ 620 und 621 BGB zur Beendigung und Kündigung von Dienstverhältnissen.
- Bürgerliches Gesetzbuch: § 626 BGB zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund.
- Bürgerliches Gesetzbuch: § 623 BGB zur Schriftform bei Beendigung von Arbeitsverhältnissen.
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