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Kündigungen

Webhosting kündigen: Vorlage für Ihren Hostingvertrag

Mit einer klaren Kündigung beenden Sie Ihren Webhostingvertrag fristgerecht und vermeiden unerwünschte Verlängerungen. Die Vorlage enthält die wesentlichen Angaben für Hosting, Domains und Daten. Erfahren Sie, welche Fristen gelten, wie Sie den Zugang nachweisen und worauf Sie beim Providerwechsel achten sollten.

Stefano Barcellos VonStefano Barcellos Veröffentlicht: 12 Min. Lesezeit
Zur Vorlage
Webhosting kündigen: Vorlage für Ihren Hostingvertrag

Ein Webhostingvertrag umfasst meist deutlich mehr als bloßen Speicherplatz: Dazu können E-Mail-Postfächer, Datenbanken, Domains, SSL-Zertifikate, Backups und technische Zusatzleistungen gehören. Wer Webhosting kündigen möchte, sollte deshalb nicht nur eine Frist einhalten, sondern vor allem rechtzeitig Daten sichern und klären, was mit registrierten Domains geschehen soll.

Mit einem eindeutig formulierten Kündigungsschreiben erklären Sie Ihrem Hostinganbieter, welchen Vertrag Sie zu welchem Zeitpunkt beenden möchten. Die folgende Vorlage hilft Ihnen dabei, Vertrags- und Kundendaten vollständig anzugeben, die Kündigung nachweisbar zu übermitteln und gegebenenfalls einen Domaintransfer vorzubereiten. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Hostingvertrag und einer Domainregistrierung: Beides kann zusammenhängen, muss aber nicht zwingend gleichzeitig enden.

Was bedeutet eine Kündigung des Webhostingvertrags?

Ein Webhostingvertrag ist ein Vertrag über technische Leistungen rund um den Betrieb einer Website oder eines Onlineauftritts. Typische Leistungen sind die Bereitstellung von Webspace, Serverkapazitäten, Datenbanken, E-Mail-Adressen, Sicherheitsfunktionen und Support. Je nach Tarif kann der Vertrag rechtlich unterschiedliche Elemente enthalten. In der Praxis stehen regelmäßig dienstvertragliche Leistungen im Vordergrund; bei der Überlassung von Speicher- oder Serverkapazität können auch mietvertragliche Gesichtspunkte relevant sein.

Die Kündigung beendet das laufende Vertragsverhältnis für die Zukunft. Sie sollte eindeutig erkennen lassen, wer kündigt, welcher Vertrag betroffen ist und zu welchem Termin die Beendigung erfolgen soll. Formulieren Sie am besten „zum nächstmöglichen Termin“ und nennen Sie zusätzlich einen gewünschten oder selbst berechneten Termin. So bleibt die Erklärung wirksam, falls Ihre Fristberechnung nicht zutrifft.

Hostingvertrag und Domain sind getrennt zu betrachten

Eine Domain ist die Internetadresse Ihrer Website, etwa beispiel.de. Sie kann beim gleichen Anbieter verwaltet werden wie das Hosting, ist rechtlich und technisch aber häufig gesondert organisiert. Wollen Sie die Domain behalten, dürfen Sie nicht lediglich die Löschung verlangen. Stattdessen benötigen Sie meist einen Providerwechsel, einen Auth-Code oder eine entsprechende Freigabe für den Transfer. Lassen Sie sich vor einer Löschung oder Vertragsbeendigung schriftlich bestätigen, wie Ihre Domain behandelt wird.

Rechtliche Grundlagen für die Kündigung

Welche Kündigungsfrist gilt, richtet sich in erster Linie nach Ihrem Vertrag und den wirksam einbezogenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Hostinganbieters. Prüfen Sie daher Bestellbestätigung, Rechnung, Kundenportal und Vertragsunterlagen. Für Verbraucher gelten bei Dauerschuldverhältnissen wichtige Schutzvorschriften. Bei Verträgen über regelmäßig zu erbringende Dienstleistungen kann insbesondere § 309 Nr. 9 BGB Grenzen für Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfristen in AGB setzen.

In Allgemeinen Geschäftsbedingungen dürfen bei Dauerschuldverhältnissen bestimmte lange Bindungen, automatische Verlängerungen und unangemessene Kündigungsfristen gegenüber Verbrauchern nicht vereinbart werden.

§ 309 Nr. 9 BGB

Seit der gesetzlichen Neuregelung für Verbraucherverträge mit wiederkehrenden Leistungen können sich Verträge nach Ablauf einer vereinbarten Mindestlaufzeit unter den gesetzlichen Voraussetzungen grundsätzlich nur auf unbestimmte Zeit fortsetzen und dann mit einer Frist von höchstens einem Monat gekündigt werden. Die genaue Einordnung hängt allerdings vom konkreten Vertrag, dem Vertragsschluss und der wirksamen Klausel ab. Den aktuellen Wortlaut finden Sie bei § 309 BGB auf gesetze-im-internet.de.

Handeln Sie als Unternehmer, gelten diese Verbraucherschutzregeln nicht ohne Weiteres. Dann sind die individuell vereinbarten Vertragsbedingungen besonders maßgeblich. Bei befristeten Tarifen kann eine ordentliche Kündigung oft erst zum Ende der vereinbarten Laufzeit möglich sein. Ein Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund kann sich aus § 314 BGB ergeben. Ein wichtiger Grund setzt regelmäßig voraus, dass Ihnen die Fortsetzung des Vertrags bis zum regulären Ende nicht zugemutet werden kann. Bei behebbaren Pflichtverletzungen ist grundsätzlich vorher eine angemessene Abhilfefrist oder Abmahnung erforderlich.

Jeder Vertragsteil kann ein Dauerschuldverhältnis aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen, wenn die Fortsetzung bis zur Beendigung nicht zugemutet werden kann.

§ 314 Abs. 1 BGB

Die Kündigung ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung. Entscheidend ist daher nicht allein der Versand, sondern der Zugang beim Anbieter. Nutzen Sie die im Vertrag vorgesehene Kündigungsfunktion im Kundenkonto, falls vorhanden, und speichern Sie die Bestätigung. Wenn keine besondere Form verlangt wird, ist Textform häufig ausreichend; prüfen Sie dennoch die Vertragsbedingungen und sorgen Sie stets für einen belastbaren Nachweis.

Diese Angaben gehören in die Hosting-Kündigung

Ihr Schreiben muss nicht lang sein, aber es muss den Vertrag zweifelsfrei zuordnen. Je vollständiger Ihre Angaben sind, desto geringer ist das Risiko von Rückfragen, Verzögerungen oder einer Kündigung des falschen Tarifs. Geben Sie bei mehreren Paketen ausdrücklich an, ob alle oder nur einzelne Leistungen betroffen sind.

  • Vollständiger Name beziehungsweise Unternehmensname und Anschrift des Vertragspartners.
  • Name und Anschrift des Hostinganbieters.
  • Kundennummer, Vertragsnummer, Rechnungsnummer oder Benutzerkennung.
  • Genaue Bezeichnung des Hostingspakets und, soweit vorhanden, des betroffenen Vertrags.
  • Eindeutige Kündigungserklärung zum gewünschten Termin, hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.
  • Angaben zu den betroffenen Domains und eine klare Anweisung: Transfer, Beibehaltung, Löschung oder gesonderte Klärung.
  • Bitte um schriftliche Kündigungsbestätigung mit Beendigungsdatum.
  • Bei einer außerordentlichen Kündigung: konkreter Kündigungsgrund, vorherige Abmahnung oder Fristsetzung sowie vorhandene Nachweise.

Vermeiden Sie pauschale Aussagen wie „Bitte alles löschen“, wenn Sie Domains, E-Mails oder Daten noch benötigen. Eine Löschung kann dauerhaft sein. Auch die Beendigung eines Pakets kann dazu führen, dass Postfächer und Datenbanken nicht mehr erreichbar sind.

Vorlage

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webhosting-kuendigen-vorlage-hostingvertrag.docx

Kündigung des Webhostingvertrags

Absender

Name / Firma[Vor- und Nachname / Firmenname]
Anschrift[Straße und Hausnummer]
[PLZ und Ort]
E-Mail-Adresse[E-Mail-Adresse]
Kundennummer[Kundennummer]
Vertragsnummer[Vertragsnummer, falls vorhanden]

An

Hostinganbieter[Name des Hostinganbieters]
Anschrift[Straße und Hausnummer]
[PLZ und Ort]

[Ort], den [Datum]

Betreff: Kündigung meines Webhostingvertrags [Tarifbezeichnung / Vertragsnummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich den mit Ihnen bestehenden Webhostingvertrag für das Paket [genaue Tarifbezeichnung], Kundennummer [Kundennummer], Vertragsnummer [Vertragsnummer], ordentlich zum [gewünschtes Vertragsende], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.

1. Betroffene Leistungen

Die Kündigung bezieht sich auf folgende Leistungen:

  • Webhostingpaket: [Tarifbezeichnung]
  • Webspace / Server: [Bezeichnung oder „nicht zutreffend“]
  • E-Mail-Postfächer: [betroffene E-Mail-Adressen oder „alle zum Vertrag gehörenden Postfächer“]
  • Datenbanken / Zusatzleistungen: [Bezeichnung oder „nicht zutreffend“]

2. Regelung zu Domains

Folgende Domain oder Domains sind dem Vertrag zugeordnet:

  • [Domain 1]
  • [Domain 2, falls vorhanden]
  • [weitere Domain, falls vorhanden]

Bitte wählen Sie ausschließlich die passende Regelung aus und löschen Sie die übrigen Optionen:

[ ] Ich beabsichtige, die oben genannten Domains zu einem anderen Anbieter zu übertragen. Bitte stellen Sie die für den Providerwechsel erforderlichen Informationen und, soweit erforderlich, den Auth-Code rechtzeitig bereit beziehungsweise veranlassen Sie die erforderliche Freigabe.

[ ] Die Domain [Domain] soll nach Vertragsende nicht über Sie weitergeführt werden. Bitte teilen Sie mir vorab schriftlich mit, welche Schritte für eine Löschung oder Beendigung erforderlich sind. Eine Löschung soll erst nach meiner ausdrücklichen Bestätigung erfolgen.

[ ] Die Domainregelung erfolgt gesondert. Diese Kündigung betrifft zunächst nur das Hosting; bitte bestätigen Sie mir schriftlich, welche Domains weiterhin bei Ihnen geführt werden und zu welchen Bedingungen.

3. Kündigungsbestätigung und Abwicklung

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung sowie das verbindliche Vertragsende in Textform. Teilen Sie mir bitte außerdem mit, ob bis zur Vertragsbeendigung noch offene Beträge bestehen und ob für die Abwicklung der oben genannten Domains oder Leistungen weitere Schritte erforderlich sind.

Bitte senden Sie die Kündigungsbestätigung an folgende E-Mail-Adresse: [E-Mail-Adresse für die Bestätigung].

Von einer werblichen Kontaktaufnahme im Zusammenhang mit der Kündigung bitte ich abzusehen.

Mit freundlichen Grüßen



______________________________
Unterschrift [Vor- und Nachname]

Ihre Eingaben bleiben auf Ihrem Gerät.

Webhosting kündigen: Vorlage richtig ausfüllen

Die Vorlage ist für die ordentliche Kündigung eines Hostingvertrags konzipiert. Sie kann auch verwendet werden, wenn Sie zusätzlich den Umgang mit Domains festlegen möchten. Passen Sie die markierten Felder sorgfältig an Ihre Vertragsunterlagen an.

  1. Vertragspartner prüfen: Übernehmen Sie Ihren Namen oder die Firma exakt so, wie sie im Vertrag hinterlegt sind. Bei Unternehmen sollte die kündigungsberechtigte Person handeln.
  2. Anbieter korrekt bezeichnen: Verwenden Sie die Vertragsanschrift oder die offizielle Kündigungsadresse. Ist im Kundenportal eine digitale Kündigung vorgesehen, nutzen Sie zusätzlich oder vorrangig diesen Weg.
  3. Vertrag eindeutig identifizieren: Tragen Sie Kundennummer und Vertragsnummer ein. Ergänzen Sie Tarifname und Domain, wenn diese zur Zuordnung beitragen.
  4. Termin sicher formulieren: Schreiben Sie „zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“. Dadurch erklären Sie die Kündigung auch dann wirksam, wenn sich der von Ihnen genannte Termin verschiebt.
  5. Domainanweisung auswählen: Entscheiden Sie sich bewusst für einen Transfer, die Beibehaltung bei einem anderen Registrar, eine Löschung oder eine separate Abstimmung. Entfernen Sie nicht passende Alternativen.
  6. Bestätigung verlangen: Bitten Sie um eine Bestätigung in Textform mit dem verbindlichen Vertragsende und Informationen zum Domainverfahren.
  7. Nachweis sichern: Speichern Sie das Schreiben, einen Screenshot aus dem Kundenportal, Versandbelege und die Bestätigung des Anbieters. Kontrollieren Sie später Ihre Rechnungen und gegebenenfalls Lastschriften.

Praxisbeispiel: Hosting kündigen und Domain umziehen

Frau Schneider betreibt eine kleine Website unter der Domain schneider-atelier.de. Ihr Hostingpaket enthält Webspace, drei E-Mail-Postfächer und die Domainverwaltung. Sie möchte zu einem anderen Anbieter wechseln, die Domain aber behalten. In ihrer Vertragsbestätigung findet sie eine zwölfmonatige Mindestlaufzeit und eine Kündigungsfrist. Sie kündigt das Hosting fristgerecht zum nächstmöglichen Termin und nennt vorsorglich das von ihr berechnete Vertragsende.

Im Schreiben verlangt Frau Schneider ausdrücklich keine Domainlöschung. Sie bittet stattdessen um Bereitstellung oder Freigabe des für den Transfer erforderlichen Auth-Codes und um Mitteilung des Domainstatus. Vor dem Versand sichert sie ihre Website-Dateien, die Datenbank, E-Mails und wichtige Zugangsdaten. Beim neuen Anbieter richtet sie den Hostingtarif ein und stößt den Domaintransfer erst an, wenn die Voraussetzungen geklärt sind. So reduziert sie das Risiko, dass die Website oder der E-Mail-Verkehr unnötig lange ausfällt.

Entscheidungshilfe für Hosting, Domain und Daten
BereichTypische MaßnahmeWichtig vor der KündigungRisiko bei fehlender Planung
Webspace und DateienHostingvertrag beendenVollständiges Backup lokal speichernWebsite-Dateien können gelöscht oder unzugänglich werden
DatenbankenExport vor VertragsendeSQL-Dump und Zugangsdaten sichernFunktionsverlust von Website oder Shop
E-Mail-PostfächerPostfächer migrieren oder sichernNachrichten, Kontakte und Weiterleitungen exportierenVerlust oder Nichterreichbarkeit geschäftlicher E-Mails
DomainTransfer oder separate VerwaltungAuth-Code, Inhaber- und Kontaktangaben prüfenDomain kann nicht rechtzeitig umziehen oder wird gelöscht
SSL-ZertifikatBeim neuen Anbieter neu einrichtenZertifikatsart und Erneuerung klärenBrowserwarnungen oder verschlüsselte Verbindung fällt aus

Typische Fehler bei der Kündigung eines Hostings

Die meisten Schwierigkeiten entstehen nicht durch den kurzen Kündigungstext, sondern durch übersehene Vertragsdetails und fehlende technische Vorbereitung. Prüfen Sie insbesondere Frist, Empfangsnachweis und Domainstatus.

  • Kündigungsfrist falsch berechnet: Verlassen Sie sich nicht auf Erinnerungen im Kundenkonto. Lesen Sie die Vertragsbedingungen und notieren Sie den letztmöglichen Zugangstermin.
  • Nur den Tarifnamen genannt: Fehlen Kundennummer und Vertragsnummer, kann die Bearbeitung verzögert werden, insbesondere bei mehreren Verträgen.
  • Domain mit Hosting verwechselt: Eine Kündigung ohne Transferanweisung kann den gewünschten Domainumzug gefährden.
  • Kein Backup erstellt: Der Anbieter ist nach Vertragsende nicht verpflichtet, Ihre Website oder E-Mails dauerhaft bereitzuhalten.
  • Unklare Formulierung verwendet: Eine bloße Bitte um Auskunft oder Tarifwechsel ist keine eindeutige Kündigung.
  • Keinen Zugangsbeleg gesichert: Ohne Bestätigung oder Versandnachweis ist ein Streit über den rechtzeitigen Zugang schwerer nachweisbar.
  • Außerordentlich ohne ausreichenden Grund gekündigt: Unzufriedenheit allein trägt eine fristlose Kündigung regelmäßig nicht. Dokumentieren Sie erhebliche Mängel und setzen Sie, soweit erforderlich, eine angemessene Frist.

Checkliste vor dem Versand

Mit dieser kurzen Prüfung vermeiden Sie die häufigsten Lücken. Nehmen Sie sich besonders bei geschäftlich genutzten Websites ausreichend Zeit für die technische Umstellung.

  • Vertragslaufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist anhand der Unterlagen geprüft.
  • Kundennummer, Vertragsnummer und Tarifbezeichnung in das Schreiben eingetragen.
  • Gewünschten Kündigungstermin genannt und „hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“ ergänzt.
  • Entscheidung über jede Domain getroffen: Transfer, Beibehaltung, Löschung oder getrennte Regelung.
  • Website-Dateien, Datenbanken, E-Mails, Kontakte und Konfigurationen gesichert.
  • Neues Hosting beziehungsweise neue E-Mail-Lösung vorbereitet, wenn der Betrieb fortgesetzt werden soll.
  • Kündigung über den vorgesehenen Kanal versandt und Zugang beziehungsweise Bestätigung dokumentiert.
  • Abschlussrechnung, Vertragsende und weitere Abbuchungen nachgeprüft.

Sonderfälle und Varianten

Außerordentliche Kündigung bei erheblichen Störungen

Bei schwerwiegenden oder wiederholten Leistungsstörungen kann eine außerordentliche Kündigung in Betracht kommen. Beispiele können anhaltende erhebliche Ausfälle sein, wenn der Anbieter trotz nachvollziehbarer Mängelanzeige und angemessener Frist nicht Abhilfe schafft. Beschreiben Sie die Vorfälle konkret: Datum, Dauer, Auswirkung, Ticketnummer und bisherige Kommunikation. Schreiben Sie nicht vorschnell „fristlos“, wenn eine ordentliche Kündigung ausreicht. Die rechtlichen Voraussetzungen sind im Einzelfall streng und hängen von Vertrag und Umständen ab.

Unternehmer und geschäftskritische Dienste

Unternehmen sollten neben der rechtlichen Kündigung einen Migrationsplan erstellen. Prüfen Sie Verfügbarkeit von Backups, Datenexporte, Zugriff auf DNS-Einstellungen, Zuständigkeiten und den Übergangszeitpunkt. Bei geschäftskritischen Anwendungen können zusätzliche Verträge, etwa für Managed Server, E-Mail-Archivierung oder Sicherheitsleistungen, bestehen. Kündigen Sie nicht versehentlich nur einen Teil oder umgekehrt mehr Leistungen als beabsichtigt.

Vertragsschluss im Kundenportal und Kündigungsbutton

Wurde ein Verbrauchervertrag online geschlossen, kann der Anbieter verpflichtet sein, eine Kündigungsmöglichkeit über eine Kündigungsschaltfläche bereitzustellen. Diese Vorgaben ergeben sich aus § 312k BGB. Wenn eine solche Funktion verfügbar ist, können Sie die dort erzeugte Bestätigung als wichtigen Nachweis speichern. Informationen zum Kündigungsbutton und zu Verbraucherrechten stellt das BGB in § 312k bereit.

Falls Sie auch einen Telekommunikationsanschluss kündigen möchten, finden Sie eine passende Vorlage zur Kündigung eines Festnetzvertrags. Für technisch betreute Anlagen kann außerdem die Kündigung eines Wartungsvertrags relevant sein.

Häufige Fragen

Kann ich mein Webhosting jederzeit kündigen?

Das hängt von der vereinbarten Vertragslaufzeit, der Kündigungsfrist und Ihrer Vertragsrolle ab. Bei befristeten Verträgen ist die ordentliche Kündigung regelmäßig zum Laufzeitende möglich. Nach einer Mindestlaufzeit können für Verbraucherverträge besondere gesetzliche Vorgaben zu Verlängerung und monatlicher Kündbarkeit gelten. Prüfen Sie immer Ihre konkrete Vereinbarung.

Muss die Kündigung per Brief erfolgen?

Nicht zwingend. Maßgeblich sind der Vertrag und die vom Anbieter angebotenen Wege. Häufig sind Kündigungen im Kundenportal, per E-Mail oder über ein Onlineformular möglich. Verwenden Sie nach Möglichkeit den vorgesehenen Weg und speichern Sie die Eingangs- oder Kündigungsbestätigung. Bei Unsicherheit kann eine zusätzliche nachweisbare Übermittlung sinnvoll sein.

Was passiert mit meiner Domain nach der Kündigung?

Das hängt von Ihrem Auftrag und den Vertragsbedingungen ab. Sie können eine Domain häufig zu einem anderen Anbieter übertragen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Ohne klare Anweisung besteht das Risiko, dass sie zum Vertragsende nicht mehr nutzbar ist oder gelöscht wird. Klären Sie den Transfer frühzeitig und sichern Sie erforderliche Zugangsdaten.

Kann ich die Website noch nach Vertragsende herunterladen?

Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. Nach Vertragsende kann der Zugriff auf Webspace, Datenbanken und Postfächer enden. Erstellen und prüfen Sie daher vor dem Wirksamwerden der Kündigung vollständige Sicherungen. Testen Sie, ob sich das Backup wiederherstellen lässt.

Wie formuliere ich eine fristlose Kündigung?

Nennen Sie den wichtigen Grund konkret und belegen Sie ihn möglichst mit Daten, Tickets oder Schriftverkehr. Soweit der Mangel behoben werden kann, setzen Sie in der Regel vorher eine angemessene Frist zur Abhilfe. Eine unberechtigte fristlose Kündigung kann rechtliche und wirtschaftliche Folgen haben; bei größeren Verträgen kann individuelle Beratung sinnvoll sein.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), insbesondere § 309 Nr. 9 zu Laufzeit- und Kündigungsklauseln in AGB.
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 314 zur Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund.
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 312k zur Kündigung von Verbraucherverträgen im elektronischen Geschäftsverkehr.
  • Ihre Bestellbestätigung, Vertragsbedingungen und das Kundenportal Ihres Hostinganbieters.
  • Denic eG: Informationen zur Verwaltung und zum Providerwechsel von .de-Domains.

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