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Kündigungen

Bankkonto kündigen: Vorlage für die Kontoschließung

Mit einer schriftlichen Kündigung schließen Sie Ihr Giro-, Tagesgeld- oder Sparkonto nachvollziehbar und geordnet. Die Vorlage hilft Ihnen, Kontodaten, Kündigungstermin, Überweisung des Restguthabens sowie den Widerruf von Vollmachten eindeutig zu formulieren.

Stefano Barcellos VonStefano Barcellos Veröffentlicht: 13 Min. Lesezeit
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Bankkonto kündigen: Vorlage für die Kontoschließung

Ein Bankkonto zu kündigen ist grundsätzlich unkompliziert, sollte aber gut vorbereitet werden. Ein eindeutiges schriftliches Kündigungsschreiben schafft einen Nachweis, verhindert Missverständnisse über den gewünschten Schließungstermin und enthält zugleich die Weisung, ein vorhandenes Restguthaben auf ein anderes Konto zu überweisen. Unsere Vorlage können Sie für ein Girokonto, Tagesgeldkonto oder – mit den nötigen Anpassungen – für weitere Privatkonten verwenden.

Vor der Kontoschließung sollten Sie Daueraufträge, Lastschriften, Kartenzahlungen und eingehende Überweisungen prüfen. Informieren Sie insbesondere Arbeitgeber, Behörden, Versicherungen, Vermieter und Vertragspartner über Ihre neue Bankverbindung. Bei einem Wechsel des Zahlungskontos kann auch der gesetzlich geregelte Kontowechselservice helfen. Dieses Muster unterstützt Sie dabei, die Kündigung vollständig, klar und fristgerecht an Ihre Bank zu richten.

Was bedeutet eine Kündigung des Bankkontos?

Mit der Kündigung beenden Sie den zwischen Ihnen und Ihrer Bank bestehenden Zahlungsdiensterahmenvertrag beziehungsweise Kontovertrag. Die Bank soll das betreffende Konto zu einem von Ihnen bestimmten Termin oder zum nächstmöglichen Zeitpunkt schließen. Nach der Abrechnung werden ein Guthaben ausgezahlt oder auf ein von Ihnen benanntes Referenzkonto überwiesen.

Eine Kontokündigung ist von einer bloßen Änderung der Bankverbindung zu unterscheiden. Solange das alte Konto offen bleibt, können dort weiterhin Lastschriften, Kartenzahlungen oder Überweisungen eingehen. Erst mit der Kontoschließung endet die Nutzungsmöglichkeit. Daher ist ein ausreichender zeitlicher Vorlauf wichtig.

Für welche Konten ist die Vorlage geeignet?

Das Schreiben eignet sich vor allem für Einzelkonten von Verbraucherinnen und Verbrauchern, insbesondere für Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten. Bei Gemeinschaftskonten, Konten Minderjähriger, Nachlasskonten, Pfändungsschutzkonten oder Geschäftskonten gelten häufig zusätzliche Anforderungen. In diesen Fällen sollten Sie den Vertrag, die Bedingungen der Bank und gegebenenfalls besondere Vertretungs- oder Nachweispflichten prüfen.

Rechtliche Grundlagen der Kontoschließung

Der Kontovertrag ist regelmäßig als Zahlungsdiensterahmenvertrag einzuordnen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist insbesondere § 675h BGB relevant: Sie können einen auf unbestimmte Zeit geschlossenen Zahlungsdiensterahmenvertrag grundsätzlich ordentlich kündigen. Die Vereinbarung einer Kündigungsfrist von mehr als einem Monat zu Lasten des Zahlungsdienstnutzers ist dabei nicht zulässig. Die konkrete Vertragsdokumentation kann eine kürzere Frist oder eine sofortige Schließung vorsehen.

Der Zahlungsdienstnutzer kann einen Zahlungsdiensterahmenvertrag, der auf unbestimmte Zeit geschlossen ist, jederzeit ordentlich kündigen. Eine vereinbarte Kündigungsfrist darf einen Monat nicht überschreiten.

§ 675h BGB

Den vollständigen Gesetzeswortlaut können Sie bei § 675h BGB auf Gesetze im Internet nachlesen. Bei einem befristeten Vertrag oder Sonderprodukten können abweichende Regelungen maßgeblich sein. Prüfen Sie deshalb stets Ihre Kontoeröffnungsunterlagen, Preis- und Leistungsverzeichnisse sowie vereinbarte Sonderbedingungen.

Kosten bei der Kündigung

Für die Kündigung eines Zahlungsdiensterahmenvertrags dürfen Verbraucherinnen und Verbrauchern grundsätzlich keine Entgelte berechnet werden, wenn der Vertrag länger als sechs Monate besteht. Bei einer Kündigung innerhalb der ersten sechs Monate kann nur ein angemessenes und an den tatsächlichen Kosten ausgerichtetes Entgelt vereinbart sein. Auch hierzu enthält § 675h BGB Vorgaben. Kosten für gesonderte Leistungen oder die Rückgabe besonderer Unterlagen können sich jedoch aus dem konkreten Vertrag ergeben.

Form der Kündigung und Zugangsnachweis

Das Gesetz verlangt für die ordentliche Kündigung nicht allgemein eine handschriftliche Unterschrift. Banken können aber in ihren Bedingungen bestimmte Kommunikationswege vorsehen. Praktisch empfiehlt sich ein unterschriebenes Schreiben per Einwurfeinschreiben oder die Abgabe in einer Filiale gegen Empfangsbestätigung. Akzeptiert die Bank eine Kündigung im Onlinebanking oder per sicherem Postfach, speichern Sie die Bestätigung. Entscheidend ist, dass Sie den Zugang und den Inhalt Ihrer Erklärung im Streitfall belegen können.

Welche Angaben muss das Kündigungsschreiben enthalten?

Damit die Bank Ihr Konto zweifelsfrei zuordnen und die Schließung ohne Rückfragen umsetzen kann, sollten Sie alle wesentlichen Informationen angeben. Die IBAN ist meist ausreichend; bei mehreren Konten bei derselben Bank kann zusätzlich die Kontonummer oder Produktbezeichnung sinnvoll sein. Verzichten Sie im Schreiben auf unnötige sensible Daten wie PIN, TAN oder vollständige Kartendaten.

Angaben für eine vollständige Kündigung des Bankkontos
AngabeBedeutungPraktischer Hinweis
AbsenderdatenIdentifikation der Kontoinhaberin oder des KontoinhabersName und aktuelle Anschrift wie bei der Bank hinterlegt angeben.
EmpfängerZustellung an die richtige BankstelleZentrale Anschrift, Filiale oder den im Onlinebanking genannten Kontakt nutzen.
IBAN des zu schließenden KontosEindeutige Zuordnung des KontosIBAN sorgfältig prüfen; bei mehreren Konten jedes Konto einzeln aufführen.
KündigungsterminBestimmt den gewünschten Beendigungszeitpunkt„Zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ ergänzen, falls der Wunschtermin nicht möglich ist.
AuszahlungskontoAbwicklung des RestguthabensNeue IBAN und Kontoinhaber angeben; diese Daten doppelt kontrollieren.
Vollmachten und KartenOrdnungsgemäße Beendigung von ZugriffsrechtenVollmachten widerrufen, Karten zurückgeben oder sicher entwerten, sofern die Bank dies vorgibt.

Restguthaben, Sollsaldo und laufende Buchungen

Bitten Sie die Bank ausdrücklich, ein vorhandenes Restguthaben auf das angegebene Zielkonto zu überweisen. Besteht ein Sollsaldo, muss dieser vor der endgültigen Schließung ausgeglichen werden. Berücksichtigen Sie außerdem noch nicht gebuchte Kartenzahlungen, Lastschriften und Entgelte. Ein voreilig auf null gesetztes Konto kann zu Rücklastschriften, Mahnkosten oder Zahlungsproblemen führen.

Vollmachten sicher widerrufen

Kontovollmachten gelten nicht zwingend automatisch gegenüber der Bank als erledigt, wenn das Konto geschlossen werden soll. Nehmen Sie vorsorglich einen ausdrücklichen Widerruf aller erteilten Vollmachten in die Kündigung auf. Bei einem Gemeinschaftskonto müssen regelmäßig alle Kontoinhaberinnen und Kontoinhaber handeln oder die bei der Bank hinterlegten Vertretungsregelungen beachten.

Vorlage

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bankkonto-kuendigen-vorlage-schreiben.docx

Kündigung meines Bankkontos

Absender/in

Name, Vorname[Vor- und Nachname]
Anschrift[Straße und Hausnummer]
[PLZ und Ort]
Telefon / E-Mail[Telefonnummer]
[E-Mail-Adresse]

Empfänger

Bank[Name der Bank]
Abteilung / Filiale[Name der Filiale oder zuständigen Abteilung]
Anschrift[Straße und Hausnummer]
[PLZ und Ort]

[Ort], den [Datum]

Betreff: Kündigung meines Bankkontos, IBAN [IBAN des zu kündigenden Kontos]

Sehr geehrte Damen und Herren,

1. Kündigung des Kontovertrags

hiermit kündige ich mein bei Ihnen geführtes [Girokonto / Tagesgeldkonto / Sparkonto / sonstige Kontoart] mit der IBAN [IBAN des zu kündigenden Kontos] zum [gewünschtes Schließungsdatum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte schließen Sie das Konto nach vollständiger Abwicklung aller noch offenen Buchungen und bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung sowie den konkreten Termin der Kontoschließung schriftlich.

2. Überweisung des Restguthabens

Ein nach der Schlussabrechnung bestehendes Guthaben einschließlich etwaiger Zinsen bitte ich, auf folgendes Konto zu überweisen:

Kontoinhaber/in[Vor- und Nachname des Kontoinhabers / der Kontoinhaberin]
IBAN[IBAN des Zielkontos]
BIC[BIC, nur falls erforderlich]
Name der Bank[Name der Empfängerbank]

Sollte auf dem genannten Konto ein Sollsaldo bestehen oder sollten zur Abwicklung noch Beträge fehlen, informieren Sie mich bitte unverzüglich unter den oben angegebenen Kontaktdaten.

3. Widerruf von Vollmachten

Hiermit widerrufe ich vorsorglich mit Wirkung zum Zeitpunkt der Kontoschließung sämtliche für das oben genannte Konto erteilten Kontovollmachten, Verfügungsberechtigungen und sonstigen Zugriffsberechtigungen.

Dies betrifft insbesondere folgende Person oder Personen, soweit entsprechende Vollmachten bei Ihnen hinterlegt sind:

Bevollmächtigte Person 1[Vor- und Nachname, Geburtsdatum oder Anschrift soweit bekannt]
Bevollmächtigte Person 2[Vor- und Nachname, Geburtsdatum oder Anschrift soweit bekannt]
Weitere Personen[Angaben oder „keine“]

4. Zahlungsinstrumente und Unterlagen

Bitte teilen Sie mir mit, ob und auf welchem Weg ich noch vorhandene Karten, Sparbücher, Sicherheitsmedien oder sonstige Unterlagen zu diesem Konto zurückgeben soll.

Folgende Zahlungsinstrumente beziehungsweise Unterlagen sind betroffen:

  • [Debitkarte / girocard: Kartennummer oder „nicht vorhanden“]
  • [Kreditkarte: Kartennummer oder „nicht vorhanden“]
  • [Sparbuch / sonstige Unterlage: Nummer oder „nicht vorhanden“]
  • [Weitere Zahlungsinstrumente oder Sicherheitsmedien]

5. Schlussabrechnung und Bestätigung

Bitte übersenden Sie mir nach der Kontoschließung eine Schlussabrechnung sowie eine schriftliche Bestätigung, dass das oben genannte Konto vollständig geschlossen wurde. Bitte bestätigen Sie dabei auch die Ausführung der Überweisung eines etwaigen Restguthabens auf das von mir angegebene Zielkonto.

Mit freundlichen Grüßen



______________________________
Unterschrift [Vor- und Nachname]


Bei Gemeinschaftskonten:

______________________________
Unterschrift Kontoinhaber/in [Vor- und Nachname]

______________________________
Unterschrift Kontoinhaber/in [Vor- und Nachname]

Ihre Eingaben bleiben auf Ihrem Gerät.

Bankkonto kündigen: Vorlage richtig ausfüllen

Die Vorlage enthält alle üblichen Erklärungen für eine klare Kontoschließung. Passen Sie die markierten Felder vollständig an. Senden Sie das Schreiben erst ab, wenn das neue Konto nutzbar ist und Sie die wichtigsten Zahlungsbeteiligten informiert haben.

  1. Absender und Bank eintragen: Übernehmen Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift genau so, wie sie bei der Bank gespeichert sind. Tragen Sie die vollständige Empfängeranschrift ein.
  2. Konto korrekt bezeichnen: Füllen Sie die IBAN des zu kündigenden Kontos aus. Bei mehreren zu schließenden Konten listen Sie jede IBAN eindeutig auf oder verwenden für jedes Konto ein separates Schreiben.
  3. Kündigungstermin festlegen: Tragen Sie einen konkreten Termin ein und behalten Sie die Formulierung „hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ bei. So bleibt die Erklärung wirksam, wenn die berechnete Frist abweicht.
  4. Auszahlungskonto angeben: Nennen Sie die IBAN des Kontos, auf das die Bank das Restguthaben überweisen soll. Das Zielkonto sollte auf Ihren Namen oder – bei abweichendem Kontoinhaber – nachvollziehbar benannt sein.
  5. Vollmachten und Zahlungsinstrumente prüfen: Lassen Sie den Widerruf aller Vollmachten stehen. Prüfen Sie, ob Debitkarte, Kreditkarte, Sparbuch, TAN-Generator oder sonstige Unterlagen nach Weisung der Bank zurückzugeben sind.
  6. Unterzeichnen und Zugang sichern: Unterschreiben Sie eigenhändig, wenn Sie das Schreiben postalisch oder in der Filiale einreichen. Bei Gemeinschaftskonten unterschreiben alle erforderlichen Kontoinhaber. Bewahren Sie Kopie, Einlieferungsbeleg oder Empfangsbestätigung auf.
  7. Bestätigung kontrollieren: Fordern Sie eine schriftliche Bestätigung mit dem Schließungsdatum und der Abrechnung an. Prüfen Sie nach der Schließung die letzte Abrechnung und den Eingang des Restguthabens.

Praktisches Beispiel für eine Kontokündigung

Frau Lena Weber eröffnet bei einer neuen Bank ein Girokonto und erhält dort die neue IBAN. Sie verlegt zunächst ihr Gehalt, die Miete, Energieabschläge, Versicherungen und wiederkehrende Lastschriften auf das neue Konto. Anschließend lässt sie auf dem bisherigen Konto einen ausreichenden Betrag für erwartete Nachbuchungen und Kartenumsätze zurück.

Nach einigen Wochen kündigt Frau Weber ihr bisheriges Girokonto schriftlich „zum 30. November, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Sie nennt ihre alte IBAN, die neue IBAN für das Restguthaben und widerruft vorsorglich alle Vollmachten. Das Schreiben gibt sie in der Filiale ab und lässt sich eine Kopie abstempeln. Nach Erhalt der Schlussabrechnung prüft sie, ob das Konto geschlossen und das verbleibende Guthaben überwiesen wurde.

Kontowechselservice als Ergänzung

Bei einem Wechsel des Zahlungskontos kann die neue Bank auf Wunsch den Kontowechselservice unterstützen. Dieser Dienst erleichtert es, Informationen über wiederkehrende Zahlungsvorgänge zu erhalten und bestimmte Beteiligte über die neue Bankverbindung zu informieren. Er ersetzt aber nicht in jedem Fall Ihre eigene Kontrolle: Prüfen Sie insbesondere seltene jährliche Abbuchungen, digitale Abonnements und bei Händlern hinterlegte Kartendaten. Informationen zum gesetzlichen Wechselservice bietet die BaFin zum Kontowechselservice.

Häufige Fehler bei der Kontoschließung

Viele Schwierigkeiten entstehen nicht durch die Kündigung selbst, sondern durch unvollständige Vorbereitungen. Die folgenden Fehler lassen sich mit einer sorgfältigen Prüfung vermeiden:

  • Das neue Konto ist noch nicht einsatzbereit: Kündigen Sie erst, wenn die neue IBAN aktiv ist und Sie Zugriff auf das neue Onlinebanking haben.
  • Daueraufträge und Lastschriften bleiben bestehen: Übertragen oder kündigen Sie Daueraufträge und informieren Sie Zahlungsempfänger rechtzeitig.
  • Restguthaben wird nicht angewiesen: Ohne Zielkonto kann sich die Abwicklung verzögern. Geben Sie die Empfänger-IBAN eindeutig an.
  • Der Kontostand wird zu früh geleert: Lassen Sie ein Polster für noch offene Buchungen, Kartenumsätze und mögliche Entgelte.
  • Vollmachten werden übersehen: Widerrufen Sie Vollmachten ausdrücklich und klären Sie Sonderfälle wie Vorsorge- oder Nachlassvollmachten mit der Bank.
  • Kein Nachweis über den Zugang: Bewahren Sie einen Versand- oder Empfangsnachweis sowie die schriftliche Schließungsbestätigung auf.
  • Karten und Zugangsmedien werden falsch behandelt: Folgen Sie den Vorgaben der Bank zur Rückgabe oder Vernichtung von Debitkarten, Kreditkarten und anderen Medien.

Checkliste vor dem Versand der Kündigung

Arbeiten Sie diese Punkte ab, bevor Sie das Konto endgültig schließen. So reduzieren Sie das Risiko, dass Zahlungen ins Leere laufen oder die Abwicklung verzögert wird.

  • Neues Konto eröffnet, freigeschaltet und getestet
  • Gehalt, Rente, Sozialleistungen und sonstige Gutschriften umgestellt
  • Daueraufträge auf das neue Konto übertragen oder beendet
  • Lastschriftgläubiger, Versicherungen, Vermieter und Vertragspartner informiert
  • Bei Onlinehändlern, Bezahldiensten und Abonnements Bank- oder Kartendaten aktualisiert
  • Offene Kartenumsätze, Reservierungen und Lastschriften geprüft
  • Ausreichendes Guthaben für Nachbuchungen auf dem alten Konto belassen
  • IBAN des alten und des neuen Kontos fehlerfrei in die Vorlage eingetragen
  • Vollmachten geprüft und gegebenenfalls ausdrücklich widerrufen
  • Kopie der Kündigung und Nachweis über den Zugang gesichert

Sonderfälle und Varianten

Gemeinschaftskonto kündigen

Bei einem Oder-Konto können die Kontoinhaber im laufenden Zahlungsverkehr häufig einzeln verfügen. Die Kündigung des Kontovertrags kann jedoch nach den Bankbedingungen die Mitwirkung aller Kontoinhaber erfordern. Unterzeichnen Sie daher möglichst gemeinsam und fragen Sie bei Unklarheiten vorab bei der Bank nach. Das Restguthaben sollte nur nach gemeinsamer Anweisung verteilt oder überwiesen werden.

Sparkonto, Tagesgeldkonto und Sparbuch

Bei Tagesgeldkonten ist die Abwicklung oft über ein hinterlegtes Referenzkonto organisiert. Bei Sparkonten können Kündigungsfristen oder Verfügungslimits gelten. Ist ein Sparbuch ausgestellt, kann die Bank dessen Vorlage oder ein Aufgebotsverfahren verlangen, wenn es verloren ging. Passen Sie die Vorlage an das Produkt an und ergänzen Sie gegebenenfalls die Nummer des Sparbuchs.

Pfändungsschutzkonto und Konto mit Pfändung

Ein Pfändungsschutzkonto sollte nicht ohne vorherige Klärung geschlossen werden. Bei laufender Pfändung können Überweisungen, Freibeträge und die Sicherung existenznotwendiger Mittel betroffen sein. Holen Sie rechtzeitig individuelle Beratung ein und klären Sie mit der Bank, wie vorhandenes Guthaben rechtssicher behandelt wird.

Nachlasskonto und Kündigung nach einem Todesfall

Nach dem Tod einer kontoführenden Person benötigen Erbinnen und Erben oder sonst Berechtigte regelmäßig einen geeigneten Nachweis ihrer Verfügungsbefugnis, etwa einen Erbschein, ein eröffnetes notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll oder eine Vorsorgevollmacht. Die Bank darf die Legitimation prüfen. Verwenden Sie dafür keine Standardvorlage ohne Anpassung.

Geschäftskonto

Bei Geschäftskonten sind Vertretungsregelungen, offene Kartenumsätze, Zahlungsverkehrssoftware, SEPA-Mandate und steuerlich relevante Unterlagen besonders sorgfältig zu prüfen. Je nach Rechtsform muss die Kündigung durch die vertretungsberechtigte Person erfolgen. Bewahren Sie Kontoauszüge und Buchungsunterlagen entsprechend den handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungspflichten auf.

Häufige Fragen

Kann ich mein Bankkonto jederzeit kündigen?

Ein auf unbestimmte Zeit geschlossener Zahlungsdiensterahmenvertrag kann von Verbraucherinnen und Verbrauchern grundsätzlich jederzeit ordentlich gekündigt werden. Eine vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist darf höchstens einen Monat betragen. Prüfen Sie dennoch die Bedingungen Ihres konkreten Kontomodells, besonders bei Spar- oder Sonderkonten.

Muss ich für die Kontokündigung einen Grund angeben?

Nein. Für eine ordentliche Kündigung Ihres Bankkontos müssen Sie grundsätzlich keinen Grund nennen. Eine kurze, eindeutige Erklärung mit Kontoangabe, Termin und Weisung zum Restguthaben genügt.

Ist eine Kündigung per E-Mail wirksam?

Das hängt von den mit Ihrer Bank vereinbarten Kommunikationswegen ab. Eine einfache E-Mail kann an fehlender Authentifizierung oder an bankinternen Vorgaben scheitern. Nutzen Sie bevorzugt das sichere Onlinebanking-Postfach, ein unterschriebenes Schreiben oder die Abgabe in der Filiale und bewahren Sie den Zugangsnachweis auf.

Was passiert mit meinem Guthaben nach der Kündigung?

Die Bank rechnet das Konto nach der Schließung ab. Ein vorhandenes Guthaben wird üblicherweise auf das im Schreiben angegebene Konto überwiesen. Geben Sie deshalb eine korrekte Ziel-IBAN an und prüfen Sie die Schlussabrechnung.

Kann die Bank die Schließung verweigern?

Die Bank kann die endgültige Abwicklung verzögern, wenn beispielsweise ein Sollsaldo, ungeklärte Buchungen, fehlende Legitimation oder besondere rechtliche Hindernisse bestehen. Die ordentliche Kündigung als solche sollten Sie dennoch klar erklären. Fragen Sie bei Rückfragen der Bank nach den konkreten noch erforderlichen Schritten.

Was muss ich nach der Kontoschließung aufbewahren?

Bewahren Sie die Kündigung, den Zugangsnachweis, die Schließungsbestätigung und die Schlussabrechnung auf. Für private Zwecke ist dies nützlich, falls später Rückfragen zu Zahlungen entstehen. Selbstständige und Unternehmen müssen zudem ihre steuerlich und handelsrechtlich relevanten Unterlagen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben aufbewahren.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), insbesondere § 675h zur Kündigung von Zahlungsdiensterahmenverträgen.
  • Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Informationen zum Kontowechselservice.
  • Bundesministerium der Justiz: Bürgerliches Gesetzbuch und geltende Gesetzesfassungen im Portal Gesetze im Internet.
  • Ihre individuellen Sonderbedingungen, das Preis- und Leistungsverzeichnis sowie die Kontoeröffnungsunterlagen Ihrer Bank.

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